Eine Küche renovieren kostet 100 bis 5.000 Euro, sofern der Korpus der 15 Jahre alten Küche intakt ist; ein Neukauf in derselben Größe kostet 8.000 bis 25.000 Euro (Stand 2026). Ob der kleine Betrag reicht, entscheidet sich an drei Stellen, und die prüfen Sie in zehn Minuten mit einem Schraubendreher und einer Wasserwaage.
Prüfen, bevor Sie Geld ausgeben
Öffnen Sie jede Tür und ziehen Sie jeden Auszug bis zum Anschlag heraus. Ein Topfband, das die Tür 2 mm hängen lässt, wird nachgestellt und kostet nichts. Ein Auszug, der auf halber Strecke hakt oder dessen Vollauszug klemmt, ist ein Beschlagproblem und für 15 bis 40 Euro pro Schublade behoben. Beides spricht für Renovieren.
Anders sieht es beim Korpus aus. Drücken Sie mit dem Daumen auf die Unterkante des Spülenschranks und auf die Seitenwände neben dem Geschirrspüler. Aufgequollene Spanplatte gibt nach und ist an der Kante 2 bis 4 mm dicker als der Rest der Platte. Solche Schränke tragen keine neue Front mehr und lassen sich einzeln nur ersetzen, wenn der Hersteller das Programm noch führt, was nach 10 Jahren selten ist.
Der dritte Punkt ist der Grundriss. Wer die Spüle 3 m vom Kochfeld entfernt hat oder eine Kücheninsel will, ändert die Anschlüsse, und dann rechnet sich kein Frontentausch. Ist der Korpus fest und der Grundriss passend, lohnt Renovieren.
Küchenfronten streichen: 100 bis 300 Euro
Küche streichen ist der günstigste Weg und der einzige, den Sie an einem Wochenende erledigen. Für 12 bis 16 Fronten brauchen Sie 0,75 l Haftgrund und 1,5 bis 2 l Möbellack; mit Schleifpapier in Körnung 240 und einer Schaumstoffrolle kommen Sie auf 100 bis 300 Euro (Stand 2026).
Die Reihenfolge ist fest, weil auf Fettfilm kein Lack haftet und Lack ohne Haftgrund nach 6 Monaten abblättert:
- Fronten aushängen, Griffe und Scharniertöpfe abschrauben.
- Jede Fläche mit Spülmittelwasser oder Anlauger entfetten.
- Melaminbeschichtete Fronten mit Körnung 240 matt anschleifen; folierte Fronten nur leicht, weil die Kunststofffolie nur rund 0,1 bis 0,2 mm dünn ist und durchscheuert.
- Haftgrund für nicht saugende Untergründe auftragen, dann zwei Schichten Lack mit 12 bis 24 Stunden Trocknung dazwischen.
Wählen Sie einen wasserbasierten Acryllack mit dem Umweltzeichen Blauer Engel. Er ist nach Angaben der Vergabestelle emissions- und lösemittelarm, riecht beim Trocknen in der Küche deutlich weniger und vergilbt auf weißen Fronten weniger als Alkydlack. Rechnen Sie 7 Tage, bis der Lack durchgehärtet ist; vorher Fronten mit Abstand lagern, nicht stapeln.
Gestrichene Fronten halten 3 bis 5 Jahre, an Griffkanten und rund um die Spülmaschine kürzer. Der typische Fehler ist Lack mit dem Pinsel statt mit der Rolle, was Streifen hinterlässt; eine gerollte Fläche wird seidenmatt, nie hochglänzend.
Küche folieren lassen oder selbst machen: 150 bis 3.000 Euro
Möbelfolie aus dem Baumarkt ist eine selbstklebende PVC-Folie von rund 0,1 mm Stärke in Rollen von 45 bis 90 cm Breite. Für eine Küche mit 12 bis 16 Fronten reichen 10 bis 15 m Folie, also 150 bis 400 Euro Material (Stand 2026). Dazu kommen Rakel und Cuttermesser für rund 15 Euro.
Küchenfronten folieren gelingt selbst auf glatten, geraden Fronten. Bei Rahmentüren mit Profil und bei Fronten mit Fräsungen läuft die Folie an jeder Innenecke Falten, und dort löst sie sich als Erstes. Der Untergrund muss glatt, trocken und fettfrei sein; Kratzer und Dellen zeichnen sich durch die dünne Folie ab. Innerhalb von rund 24 Stunden lässt sich die Folie noch abziehen und korrigieren, danach nur noch mit Wärme.
Ein Fachbetrieb arbeitet mit Architekturfolie von rund 0,2 mm Stärke, die auch Kanten und Innenradien sauber umschließt. Er berechnet 35 bis 80 Euro pro Front oder 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter; für eine Küche mit 12 bis 20 Fronten werden daraus 900 bis 2.500 Euro einschließlich Anfahrt, bei großen Küchen mit Demontage bis 3.000 Euro (Stand 2026). Die Folierung hält beim Fachbetrieb 5 bis 10 Jahre, selbst verlegte Möbelfolie 3 bis 5 Jahre.
Die Arbeitsplatte der Küche zu folieren funktioniert nur mit Einschränkung. Standardfolie ist laut Hersteller d-c-fix für Arbeitsplatten nicht geeignet, weil die Fläche Lebensmittelkontakt hat und am Kochfeld hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Ein Topf mit 200 °C Boden oder ein Messer ohne Brett reicht für die erste Blase. Wer die Platte trotzdem foliert, nimmt Architekturfolie mit rund 0,2 mm Stärke und plant den Austausch nach 2 bis 3 Jahren ein, oder ersetzt die Platte gleich, siehe unten.
Küchenfronten austauschen oder erneuern: 1.500 bis 5.000 Euro
Küchenfronten erneuern, also neue Fronten auf den alten Korpus setzen, ist die dauerhafteste Lösung. Fertige Austauschfronten in Standardmaßen kosten 20 bis 100 Euro pro Element, Maßanfertigungen 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter Frontfläche, Hochglanz oder Echtholz 250 bis 300 Euro pro Quadratmeter (Stand 2026). Eine Küche mit 15 Fronten und 8 Quadratmetern Frontfläche landet damit bei 1.500 bis 5.000 Euro, mit Montage durch den Betrieb kommen 100 bis 150 Euro pro laufendem Meter Küchenzeile dazu.
Ob die neuen Fronten passen, entscheidet das Bohrbild. Nahezu alle Küchen seit den 1980er-Jahren sind im System 32 gebaut: Die Lochreihe im Korpus hat 32 mm Rasterabstand und sitzt 37 mm hinter der Vorderkante. Der Topfbandbohrer hat 35 mm Durchmesser. Messen Sie an einer alten Tür den Abstand vom Topfmittelpunkt zur Türkante (meist 21 bis 23 mm) und zur Oberkante, dann bekommen Sie neue Fronten vorgebohrt und hängen sie mit den alten Scharnieren ein.
Die alten Griffe wandern mit, wenn der Lochabstand gleich bleibt; gängig sind 96, 128 und 160 mm. Bei grifflosen Fronten mit Griffleiste muss die Front 30 bis 40 mm kürzer sein, was der Anbieter aus dem Aufmaß übernimmt. Sockelblenden und sichtbare Wangen bestellen Sie im selben Dekor mit, sonst bleibt am Ende ein 12 cm hoher Streifen in der alten Farbe unter der Küche. Viele Küchenstudios bieten den Frontentausch als eigenständige Leistung an; die Studio-Suche zeigt Betriebe in Ihrer Nähe, die auch Einzelteile und Aufmaß liefern.
Arbeitsplatte, Rückwand, Griffe
Drei Teile bestimmen, ob eine Küche alt aussieht: die Platte, die Wand dahinter und 15 kleine Griffe. Alle drei tauschen Sie, ohne einen Schrank zu bewegen. Eine Arbeitsplatte aus Schichtstoff kostet 40 bis 120 Euro pro laufendem Meter, eine 38 mm dicke Platte mit Ausschnitten für Spüle und Kochfeld ist beim Tischler ab 250 Euro pro Meter fertig; welches Material Hitze und Messer verträgt, steht im Arbeitsplatten-Vergleich.
Die Rückwand ersetzt bei 60 cm Nischenhöhe einen Fliesenspiegel oder kommt direkt auf die Fliesen. Von Schichtstoff bis Glas liegen die Materialien zwischen 30 und 400 Euro pro Quadratmeter, die Details stehen im Rückwand-Vergleich. Für Platte und Rückwand zusammen rechnen Sie 800 bis 4.000 Euro (Stand 2026), Griffe kosten 3 bis 25 Euro pro Stück. Mit neuen Fronten dazu bleibt vom alten Bestand nur der Korpus.
Geräte tauschen: Nischenmaße prüfen
Einbaugeräte folgen der europäischen Norm EN 1116 und dem 60-cm-Raster. Bei 60 cm Schrankbreite sehen die Hersteller eine Einbaubreite von 56 cm vor, deshalb passt ein neuer Backofen fast immer in die alte Nische. Prüfen Sie die Nischenhöhe: 59 cm für Standardöfen, 45 cm für Kompaktgeräte.
Beim Kühlschrank zählt die Höhe. Einbaugeräte gibt es für Nischen von 88, 102, 122, 140 und 178 cm; ein Gerät für 178 cm passt nicht in einen 158-cm-Hochschrank, und ein kürzeres lässt 20 cm Lücke, die eine Blende füllen muss. Der Stromverbrauch eines Kühlschranks steigt mit dem Alter; ein sparsames Neugerät mit 150 l kommt laut Verbraucherzentrale mit rund 90 kWh im Jahr aus.
Geschirrspüler kommen in 45 und 60 cm Breite und in 81,5 oder 86,5 cm Höhe. Ein teilintegriertes Gerät zeigt eine Bedienleiste oben an der Tür, die Front darunter ist je nach Hersteller 10 bis 14 cm kürzer als beim vollintegrierten Gerät, dessen Front die ganze Vorderseite deckt. Wer beim Frontentausch von teil- auf vollintegriert wechselt, bestellt also eine höhere Front und braucht ein Gerät mit Bedienung an der Türoberkante.
Matte Küchenfronten reinigen, bevor Sie renovieren
Viele Renovierungswünsche beginnen mit einem Fettfilm, der matte Fronten fleckig und Griffzonen dunkel aussehen lässt. Bevor Sie 300 Euro in Lack stecken, probieren Sie 10 Minuten Reinigung: lauwarmes Wasser mit wenigen Tropfen Spülmittel, ein weiches Baumwolltuch, danach trocken nachwischen. Bei altem Fettfilm hilft ein Esslöffel Natron auf 1 l Wasser, der leicht alkalisch wirkt und Fett löst, ohne die Beschichtung anzugreifen.
Verzichten Sie auf Scheuermilch. Grobe Mikrofasertücher hinterlassen auf Mattlack und Hochglanz feine Kratzer. Reiniger mit über 20 Prozent Alkohol lösen die Antifingerprint-Beschichtung matter Fronten an.
Küche renovieren: fünf Wege von Streichen bis Neukauf im Kostenvergleich
| Weg | Kosten (Stand 2026) | Haltbarkeit | Eigenleistung | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| Fronten streichen | 100 bis 300 Euro | 3 bis 5 Jahre | ja | 2 bis 3 Tage plus 7 Tage Aushärten |
| Fronten folieren | 150 bis 400 Euro selbst, 900 bis 3.000 Euro Fachbetrieb | 3 bis 5 Jahre selbst, 5 bis 10 Jahre Fachbetrieb | bei glatten Fronten | 1 bis 2 Tage |
| Fronten tauschen | 1.500 bis 5.000 Euro | 15 bis 20 Jahre | Einhängen ja, Aufmaß besser vom Betrieb | 4 bis 8 Wochen Lieferzeit, 1 Tag Montage |
| Arbeitsplatte und Rückwand | 800 bis 4.000 Euro | 10 bis 20 Jahre | Rückwand ja, Platte mit Ausschnitten nein | 1 bis 2 Tage |
| Neukauf | 8.000 bis 25.000 Euro | 20 bis 25 Jahre | nein | 8 bis 14 Wochen |
Die Spannen gelten für eine Küche mit 3 bis 4 m Zeile und 12 bis 16 Fronten. Wer alle drei Posten außer dem Neukauf zusammen bucht, liegt bei 2.300 bis 9.000 Euro und damit unter dem günstigsten Neukauf gleicher Größe mit Geräten. Wie Sie das Budget für eine komplett neue Küche aufteilen, steht im Artikel Küchenbudget richtig planen.
Wann der Neukauf günstiger ist als Renovieren
Drei Befunde kippen die Rechnung. Ein aufgequollener Korpus unter der Spüle oder neben dem Geschirrspüler ist der erste; ein einzelner Ersatzschrank kostet 150 bis 400 Euro, und meist sind es drei. Der zweite ist ein Grundriss, der nicht mehr zur Nutzung passt, weil eine Wand fällt oder eine Insel dazukommt; Wasser und Strom neu zu legen kostet 1.500 bis 4.000 Euro, und danach steht die alte Küche an der falschen Stelle.
Der dritte Befund sind Geräte über 15 Jahre. Ein neues Geräteset kostet 1.800 bis 4.000 Euro, und wer diese Summe zu 5.000 Euro Fronten und 3.000 Euro Platte addiert, ist bei 10.000 bis 12.000 Euro, dem Preis einer neuen Küche aus dem mittleren Segment. In diesem Fall bringt der Neukauf 20 Jahre Haltbarkeit statt 15 und eine Garantie auf den Korpus.
Häufige Fragen
Was kostet es, die Küche folieren zu lassen?
Ein Fachbetrieb berechnet 35 bis 80 Euro pro Front, für eine Küche mit 12 bis 20 Fronten also 900 bis 2.500 Euro einschließlich Anfahrt, bei großen Küchen bis 3.000 Euro (Stand 2026). Selbst verlegte Möbelfolie kostet 150 bis 400 Euro Material, hält aber nur 3 bis 5 Jahre statt 5 bis 10.
Kann man jede Küchenfront austauschen?
Fast jede. Küchen ab den 1980er-Jahren sind im System 32 gebaut, die Topfbandbohrung hat 35 mm Durchmesser und sitzt an einer messbaren Position. Neue Fronten werden auf dieses Bohrbild gefertigt und mit den alten Scharnieren eingehängt. Nur bei aufgequollenem Korpus lohnt der Tausch nicht.
Wie lange hält eine gestrichene Küchenfront?
Mit Anschliff, Haftgrund und zwei Schichten Möbellack 3 bis 5 Jahre, an Griffkanten und um die Spülmaschine weniger. Ohne Haftgrund blättert der Lack an den Kanten oft schon nach 6 Monaten ab.
Kann man die Arbeitsplatte folieren?
Nur eingeschränkt. Standard-Möbelfolie ist laut Hersteller nicht für Arbeitsplatten geeignet, weil sie Lebensmittelkontakt hat und am Kochfeld heiß wird. Architekturfolie (rund 0,2 mm) hält 2 bis 3 Jahre, eine neue Schichtstoffplatte kostet 40 bis 120 Euro pro Meter und hält 10 bis 15 Jahre.
Wann lohnt der Austausch der Küchenfronten?
Wenn Korpus und Beschläge intakt sind und der Grundriss bleibt. Sind die Geräte jünger als 15 Jahre, kosten neue Fronten 1.500 bis 5.000 Euro und halten 15 bis 20 Jahre, ein Neukauf gleicher Größe beginnt bei 8.000 Euro.
Wie bekomme ich den Fettfilm von matten Küchenfronten?
Mit lauwarmem Wasser, wenigen Tropfen Spülmittel und einem weichen Baumwolltuch, danach trocken nachwischen. Alten Fettfilm löst ein Esslöffel Natron auf 1 l Wasser. Scheuermittel und Reiniger mit über 20 Prozent Alkohol beschädigen die matte Beschichtung.