BORA, ein Hersteller von Kochfeldern mit eingebautem Dunstabzug, steht bei 491 der 7.272 Küchenstudios im küche.org-Verzeichnis auf der Markenliste und damit öfter als Bosch mit 401 Einträgen. Der Kochendwasserhahn von Quooker kommt auf 350 Studios, mehr als AEG oder Liebherr. Solche Zahlen zeigen, welche Marken Studios führen. Was die Kunden am Ende kaufen, zeigen sie nicht. Wir haben die Verzeichnisdaten deshalb mit den Trendmeldungen der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK), einem Messebericht von der EuroCucina 2026 in Mailand und einem Test der Stiftung Warentest abgeglichen.
Küchenmarken: Wer in den Studios steht
Von den 7.272 Betrieben im Verzeichnis nennen 2.002 mindestens eine Küchenmarke, Stand Oktober 2026. Die Angaben stammen von den Websites der Studios, wo Hersteller meist als Logoleiste erscheinen. Ein Studio kann mehrere Marken führen, die Anteile in der Tabelle ergeben deshalb zusammen mehr als 100 %. Bei den übrigen 5.270 Betrieben fehlt die Angabe, entweder weil die Website keine Hersteller nennt oder weil wir sie noch nicht erfasst haben. Die tatsächliche Verbreitung jeder Marke liegt also eher höher.
| Küchenmarke | Studios im Verzeichnis | Anteil an 2.002 Studios mit Markenangabe |
|---|---|---|
| nobilia | 889 | 44,4 % |
| Häcker | 486 | 24,3 % |
| Nolte | 380 | 19,0 % |
| Schüller | 364 | 18,2 % |
| LEICHT | 261 | 13,0 % |
| Ballerina | 248 | 12,4 % |
| Burger | 183 | 9,1 % |
| next125 | 167 | 8,3 % |
| Bauformat | 122 | 6,1 % |
Fast jedes zweite Studio mit Markenangabe führt nobilia. Welche Studios nobilia oder Häcker führen, zeigen die Markenübersichten für nobilia und Häcker, jeweils nach Städten sortiert. Zwei Marken der Liste tauchen auch im Messebericht von kbbreview zur EuroCucina 2026 auf: Häcker mit gerundeten Ecken an Schränken und Insel, next125, eine Marke von Schüller, mit einem neuen Lichtsystem.
Gerätemarken: BORA und Quooker vor AEG und Liebherr
Die Zahlen zu den Geräten stammen von den rund 2.470 Studios, die überhaupt Marken nennen. Miele liegt mit 750 und Siemens mit 594 Studios vorn. Auf Platz drei folgt mit BORA ein Anbieter, dessen Kerngeschäft Kochfeldabzüge sind. Quooker verkauft im Kern ebenfalls nur eine Produktgruppe, den Kochendwasserhahn, und steht trotzdem vor AEG, Liebherr und Gaggenau. Dazu kommen berbel, ein Hersteller von Dunstabzügen, und Naber, der unter anderem Abluftkanäle liefert. Siemens, NEFF, Bosch und Gaggenau gehören zur BSH-Gruppe, die damit vier der elf Marken in der Grafik stellt.
Eine naheliegende Erklärung, warum BORA vor Bosch liegt: Studios nennen bevorzugt Marken, mit denen sie sich vom Möbelhaus und vom Elektromarkt abheben. Einen Backofen von Bosch erwarten Kunden ohnehin, ein Kochfeld mit Abzug in der Mitte oder kochendes Wasser aus dem Hahn wollen viele vor dem Kauf ausprobieren. Zumindest für die Kochfeldabzüge gibt es auch eine Nachfrageseite. In der AMK-Wirtschaftspressekonferenz vom Juni 2026 heißt es, gefragt seien unter anderem Kochfelder mit integriertem Dunstabzug, größere Geschirrspüler, bessere Energieeffizienzklassen sowie matte Oberflächen und schwarze Einbaubacköfen. Der Absatz von Einbaugeräten im Möbel- und Küchenfachhandel stieg 2025 um 0,8 %, der Umsatz um 2,0 %.
Kochfeld mit integriertem Abzug
Beim Kochfeldabzug saugt ein Lüfter den Dampf durch eine Öffnung im Kochfeld nach unten ab. Die Stiftung Warentest hat im Oktober 2025 einen Test von Induktionskochfeldern veröffentlicht; vier der 14 neu geprüften Modelle sind rund 80 cm breit und haben einen integrierten Abzug. Die Tester nennen diese Bauform geeignet für Kochinseln, weil über dem Herd keine Haube nötig ist. Geprüft wird im Umluftbetrieb: Der Abzug leitet die Luft durch Fett- und Geruchsfilter und gibt sie gereinigt wieder in den Raum ab, etwa am Sockel der Küchenfront. Für die Prüfung tropfen die Tester 30 Minuten lang Maiskeimöl und Wasser in einen 250 Grad heißen Topf und messen, wie gut der Abzug den Fettdunst entfernt.
Für die Planung zählt der Platz darunter. Lüfter und Filterbox belegen im Unterschrank 20 bis 25 cm Höhe, die oberste Schublade entfällt oder wird flacher. Wer Abluft nach draußen will, führt sie über einen Flachkanal zur Außenwand; gängig ist das Maß 222 × 89 mm, mit passenden Bögen für den Anschluss am Kochfeld und verstärkten Kanälen für die Verlegung im Boden. Unter einer Kochinsel liegt der Flachkanal im Fußbodenaufbau unter dem Estrich. Im Bestand heißt das, den Boden zu öffnen, sonst bleibt der Weg durch die Kellerdecke. Für Kochfeld und Abzug zusammen rechnen Sie mit 1.500 bis 5.000 Euro (Gerätepreis, Stand 2026). Maße, Laufwege und Kosten rund um eine Kochinsel stehen im Ratgeber Kücheninsel planen.
Auch bei den Kochfeldern selbst nennt die AMK eine Neuerung: matte Glaskeramik. Die Oberfläche ist tiefschwarz und zeigt Kratzer weniger deutlich als die glänzende Variante. Kochfelder mit Abzug gibt es inzwischen ebenfalls im matten Finish.
Fronten und Formen: matt und gerundet
In ihrer Trendmeldung „Die Küche 2026: Warm. Weich. Wohldurchdacht.“ vom November 2025 beschreibt die AMK die Farbpalette mit Sand, Macchiato, Coffee, Taupe und Abstufungen von Greige. Die Töne sollen Küche und Wohnbereich verbinden, weil beide in offenen Grundrissen ineinander übergehen. Als Stil nennt der Verband Japandi, eine Mischung aus japanischer Reduktion und skandinavischer Wärme mit feinen Linien, natürlichen Oberflächen und einem Wechsel aus offenen und geschlossenen Schrankzonen.
Bei den Fronten nennt die AMK Mattlack mit Anti-Fingerprint-Ausrüstung, die Fingerabdrücke weniger sichtbar macht. Arbeitsplatten und Inseln erscheinen in Naturstein-Optik: Marmor, Schiefer und Granit in warmen, erdigen Tönen. Ob echter Stein, Keramik oder Quarzkomposit dafür taugt, vergleicht der Ratgeber Arbeitsplatte: Materialien im Vergleich. Wer die Steinoptik an der Wand fortsetzen will, findet die Optionen im Beitrag zur Küchenrückwand.
Bei den Geräten gehen Messe und Handel auseinander. Das britische Fachmagazin kbbreview schreibt in seinem Messebericht zur EuroCucina im April 2026, Mattschwarz verliere bei Geräten an Boden; Beko etwa zeigte Geräte in Farbtönen wie „Creamy White“ und „Brown Bark“. Im deutschen Fachhandel sind laut AMK schwarze Einbaubacköfen weiterhin gefragt. Schwarze Geräte passen zu fast jeder Front, farbige Geräte legen Sie für die Nutzungsdauer der Küche fest.
Bei den Formen nennt die AMK Radien an Inselenden und Rundwangen statt rechtwinkliger Abschlüsse. Häcker stellte auf der EuroCucina die Küche Porto Selection mit gerundeten Ecken an Schränken und Insel aus. Eine runde Inselecke nimmt im Durchgang die Stoßkante weg. Die Arbeitsplatte muss dem Radius folgen; klären Sie bei Stein und Keramik vorher, welchen Radius der Steinmetz aus der gewählten Platte schneiden kann.
Der Wasserplatz
Die AMK beschreibt den Wasserplatz als modulares Planungskonzept. Dazu gehören eine Trinkwasserarmatur, die auch Sprudelwasser liefert, eine Abfall- und Recyclinglösung und ein geordneter Unterschrank für Filter und CO₂-Zylinder. Spülbecken mit etwa 90 cm Breite sollen dafür sorgen, dass Vorbereiten, Abgießen und Reinigen parallel funktionieren. Als Argument zitiert der Verband das Umweltbundesamt: Leitungswasser verursacht weniger als ein Prozent der Umweltbelastung von Mineralwasser. Quooker liefert kochendes Wasser aus der Armatur, mit dem Zusatzmodul CUBE auch gekühltes stilles und sprudelndes Wasser; 350 Studios im Verzeichnis führen die Marke.
Der Engpass liegt im Spülenschrank. Boiler oder Kühlaggregat, CO₂-Flasche, Filter und Mülltrennung passen selten zusammen in einen 60 cm breiten Unterschrank, in dem auch Siphon und Eckventile sitzen. Bei Quooker etwa steht der CUBE neben oder vor dem Kochendwasser-Reservoir im Schrank. Planen Sie den Spülenschrank deshalb breiter oder lagern Sie die Mülltrennung in einen Nachbarauszug aus. Für den CUBE empfiehlt Quooker eine eigene 230-V-Steckdose, die vor der Küchenmontage gesetzt sein muss.
Auszüge, Licht und Dampf in der Schublade
Bei den Schränken nennt die AMK neue Standardtiefen, zum Beispiel 61 cm, Zargen von etwa 8 mm Stärke und serienmäßige Beleuchtung in den Auszügen. Dünnere Zargen geben jeder Schublade innen etwas Breite zurück, die tiefere Korpusform schafft mehr Volumen pro Auszug. Fragen Sie im Studio nach, welche Korpustiefe das gewählte Programm hat, bevor die Arbeitsplatte bestellt wird, denn sie muss die größere Tiefe mitmachen.
Auch das Licht rückt in die Möbel. next125 zeigte auf der EuroCucina mit LumiQ ein mit Häfele entwickeltes Lichtsystem für Stimmungs- und Arbeitslicht. Bei den Geräten führt die AMK die Dampfschublade auf, einen kompakten Dampfgarer im Schubladenformat zum Garen, Aufwärmen und Auftauen, der unter den Backofen passt. Miele stellte in Mailand mit CulinaryCoach einen KI-Assistenten vor, der Rezepte vorschlägt und die Geräte auf die passende Temperatur einstellt. Ob solche Assistenten im Alltag genutzt werden, lässt sich aus Messeauftritten noch nicht ablesen.
Was die Trends kosten und was davon bleibt
Der durchschnittliche Küchenpreis im Küchenfachhandel lag laut AMK (GfK-Panel) 2025 bei 12.177 Euro und stieg in den ersten beiden Monaten 2026 auf 12.404 Euro. Im Küchenfachhandel wuchs der durchschnittliche Auftragswert 2025 um 5,3 %, während die verkaufte Menge um 1,3 % sank. Der einzelne Auftrag wird also teurer. Wie sich ein Angebot zusammensetzt und wo Aufpreise entstehen, zeigt der Ratgeber Was kostet eine Küche.
Nach Berechnungen der AMK stehen in rund 16 Millionen Wohnungen Küchen, die älter als 20 Jahre sind. Was Sie 2026 einbauen, nutzen Sie vermutlich bis in die 2040er Jahre. Bei Farben lohnt deshalb Zurückhaltung an den Flächen, die bleiben: Fronten und Arbeitsplatte tauscht man selten, Wandfarbe und Leuchten lassen sich an einem Wochenende ändern. Prüfen Sie Farbmuster bei Tageslicht in der eigenen Wohnung, nicht nur unter dem Kunstlicht der Ausstellung. Abzug, Wasserplatz und Steckdosen im Unterschrank müssen dagegen vor der Montage feststehen.
Welche Studios in Ihrer Nähe BORA, Quooker oder eine bestimmte Küchenmarke führen, zeigt die Küchenstudio-Suche; jedes Studioprofil listet die Marken, die der Betrieb nennt. Wie dicht das Netz an Studios in Ihrer Region ist, zeigt der Marktreport 2026.
Häufige Fragen
Welche Küchentrends gibt es 2026?
Die AMK nennt für 2026 warme Naturtöne wie Sand, Taupe und Greige, matte Fronten mit Anti-Fingerprint-Oberfläche, matte Glaskeramik, gerundete Inselenden, den Wasserplatz mit Sprudelarmatur und die Dampfschublade. Kochfelder mit integriertem Dunstabzug sind laut AMK im Handel gefragt; im küche.org-Verzeichnis führen 491 Studios den Spezialisten BORA.
Welche Farben sind 2026 in der Küche gefragt?
Laut AMK Sand, Macchiato, Coffee, Taupe und Greige, oft im Japandi-Stil mit Holz und natürlichen Oberflächen. Bei Geräten zeigte etwa Beko auf der EuroCucina 2026 neue Farbtöne statt Mattschwarz, im deutschen Fachhandel sind schwarze Einbaubacköfen aber weiterhin gefragt.
Lohnt sich ein Kochfeld mit integriertem Abzug?
Auf einer Kochinsel ja, weil keine Haube über dem Kochfeld hängt. Die Stiftung Warentest prüft solche rund 80 cm breiten Kochfelder im Umluftbetrieb und hält sie für Kochinseln geeignet. Der Abzug kostet im Unterschrank 20 bis 25 cm Höhe; für Kochfeld und Abzug zusammen rechnen Sie mit 1.500 bis 5.000 Euro.
Welche Küchenmarken führen die meisten Studios?
Von 2.002 Studios im küche.org-Verzeichnis, die Küchenmarken nennen, führen 889 nobilia, 486 Häcker, 380 Nolte und 364 Schüller (Stand Oktober 2026). Die Zahlen zeigen das Angebot der Studios, nicht die Verkaufszahlen der Hersteller.
Was kostet eine Küche 2026 im Durchschnitt?
Laut AMK (GfK-Panel) lag der durchschnittliche Küchenpreis im Küchenfachhandel 2025 bei 12.177 Euro, in den ersten beiden Monaten 2026 bei 12.404 Euro. Im Küchenfachhandel stieg der durchschnittliche Auftragswert 2025 um 5,3 %.