Eine neue Küche aus dem Küchenfachhandel kostete 2025 im Schnitt 12.177 Euro. Diese Zahl nennt der Branchenverband Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) in ihrer Wirtschaftspressekonferenz vom Juni 2026, gestützt auf Paneldaten der GfK. In den ersten beiden Monaten 2026 lag der Wert bereits bei 12.404 Euro. Fünf Jahre früher lag der Durchschnitt niedriger: Laut Stiftung Warentest gaben Käufer in den ersten drei Quartalen 2020 rund 9.700 Euro für eine Küche aus Möbelhaus oder Küchenstudio aus, und nur 6,2 Prozent zahlten 20.000 Euro oder mehr.
Für Ihre eigene Planung taugt der Durchschnitt nur als Orientierung. Eine Küchenzeile zum Selbstaufbau kostet einen Bruchteil davon, eine geplante Küche mit Insel, Steinplatte und Kochfeldabzug ein Vielfaches. Den Preis bestimmen vier Posten: Schränke und Fronten, Elektrogeräte, Arbeitsplatte sowie Spüle, Licht, Lieferung und Montage. Dazu kommen Bauleistungen, die in keinem Küchenangebot stehen.
Preisklassen: von der Küchenzeile bis zur Designküche
Das Vergleichsportal Aroundhome (Stand Mai 2026) setzt eine einfache Küchenzeile mit Elektrogeräten aus dem Möbelhaus, ohne Montage, ab 1.300 Euro an. Küchen der Mittelklasse kosten dort 3.000 bis 20.000 Euro, Design- und Luxusküchen beginnen bei 20.000 Euro und reichen bis 70.000 Euro und mehr. Der Ratgeber der Sparkasse zieht die Grenzen etwas anders: Miniküchen mit Grundausstattung ab 400 Euro, klassische einzeilige Einbauküchen ab 1.000 Euro, individualisierbare Küchen ab 6.000 Euro und Luxusküchen ab 30.000 Euro. Die Sparkasse bezeichnet diese Preise als beispielhafte Durchschnittswerte.
| Klasse | Typischer Umfang | Preis |
|---|---|---|
| Küchenzeile aus dem Möbelhaus | Feste Breiten, Geräte im Paket, Aufbau selbst oder gegen Aufpreis | ab 1.300 Euro mit Geräten, ohne Montage (Aroundhome, Mai 2026); einzeilige Einbauküchen ab 1.000 Euro (Sparkasse) |
| Einbauküche Mittelklasse | Im Studio oder Möbelhaus geplant, Markenmöbel und Markengeräte, Montage durch den Händler | 3.000 bis 20.000 Euro (Aroundhome, Mai 2026); individualisierbar ab 6.000 Euro (Sparkasse) |
| Design- und Luxusküche | Lack-, Furnier- oder Massivholzfronten, Stein- oder Keramikplatte, Sonderanfertigungen | 20.000 bis 70.000 Euro und mehr (Aroundhome, Mai 2026); ab 30.000 Euro (Sparkasse) |
Der Durchschnitt von 12.177 Euro liegt mitten in der Mittelklasse, deren Spanne allein 17.000 Euro umfasst. Wo Ihre Küche darin landet, hängt neben der Größe vor allem an Front, Arbeitsplatte und Geräten.
Faustregeln für das Küchenbudget
Drei Faustregeln sind verbreitet. Sie rechnen mit verschiedenen Größen und kommen zu sehr unterschiedlichen Summen.
Nach Anteilen. Aroundhome teilt den Küchenpreis so auf: rund 40 Prozent für Schränke und Fronten, 30 Prozent für Elektrogeräte, 15 Prozent für die Arbeitsplatte und weitere 15 Prozent für Spüle, Beleuchtung, Lieferung und Montage. Diese Regel hilft vor allem beim Prüfen eines Angebots. Weicht ein Posten stark ab, steckt dahinter eine bewusste Entscheidung, etwa für eine Keramikplatte, oder eine Position, die Sie nachfragen sollten.
Nach Laufmeter. Küchenmöbel ohne Geräte kosten nach einer Übersicht des Ratgeberportals cleverkuechenkaufen.de je nach Hersteller etwa 500 bis 1.500 Euro pro Laufmeter, bei Premiumherstellern weit über 2.500 Euro. Gemessen wird an der Rückseite der Schränke von Wand zu Wand, Ecken zählen dabei doppelt. Eine L-Küche mit 3,60 m und 2,00 m Schenkellänge ergibt so 5,60 Laufmeter und 2.800 bis 8.400 Euro für die Möbel. Für die Montage rechnet Aroundhome mit 150 bis 300 Euro pro Laufmeter, bei dieser Küche also 840 bis 1.680 Euro. Die Geräte kommen hinzu.
Zum Überschlagen taugt der Meterpreis, als Vertragsgrundlage rät dasselbe Portal davon ab. In seinen Rechenbeispielen für fünf Hersteller lag eine Küche nach Meterpreis 6,4 bis 43,8 Prozent über dem Normalpreis derselben Küche. Der Pauschalbetrag gilt für Unter-, Ober- und Hochschränke gleichermaßen, und für fehlende Oberschränke wird regelmäßig zu wenig abgezogen. Fragen Sie, wie Ecken und fehlende Oberschränke berechnet werden.
Nach Hauswert. Für Eigenheime nennt Aroundhome 5 bis 10 Prozent des Hauswerts. Bei einem Haus für 400.000 Euro wären das 20.000 bis 40.000 Euro, das 1,6- bis 3,3-Fache des Durchschnitts im Fachhandel. Als Budgetvorgabe liegt diese Regel bei teuren Immobilien weit über dem, was die meisten Käufer ausgeben. Sie eignet sich eher als Obergrenze.
Wohin das Geld fließt: Möbel, Geräte, Arbeitsplatte, Montage
Auf den Durchschnittspreis von 12.177 Euro angewendet, ergibt die Anteilsregel rund 4.870 Euro für Schränke und Fronten, 3.650 Euro für Elektrogeräte, 1.830 Euro für die Arbeitsplatte und noch einmal 1.830 Euro für Spüle, Licht, Lieferung und Montage.
Bei Schränken und Fronten hängt viel an der Front. Hersteller sortieren ihre Fronten nach Material und Oberfläche in Preisgruppen. Dieselbe Planung kostet mit lackierter Front oder Echtholzfurnier deutlich mehr als mit Melaminharz- oder Folienoberfläche. Pro Schrank kommen Auszüge statt Drehtüren, Innenauszüge im Hochschrank und Sonderbreiten hinzu.
Die Arbeitsplatte kann ein kleiner oder ein großer Posten sein. Laminat kostet 40 bis 120 Euro pro laufendem Meter, Granit 150 bis 700 Euro, Keramik 400 bis 800 Euro, Dekton 500 bis 900 Euro (Stand 2026). Für eine 3 m lange Zeile kostet allein das Material 120 bis 360 Euro in Laminat oder 1.200 bis 2.400 Euro in Keramik. Zuschnitt (50 bis 70 Euro) und Montage (150 bis 250 Euro) kommen hinzu. Bei Stein und Keramik berechnen Betriebe für die Ausschnitte von Spüle und Kochfeld zusätzlich 100 bis 300 Euro pro Ausschnitt. Mit zwei Ausschnitten liegt die Keramikplatte ohne Montage bei 1.400 bis 3.000 Euro und damit oft über dem 15-Prozent-Anteil von 1.830 Euro. Alle sieben gängigen Materialien mit Preisen, Hitzegrenzen und Pflege vergleicht der Ratgeber Arbeitsplatte für die Küche.
Oft sind Lieferung und Montage im Komplettpreis enthalten. Ist das nicht der Fall, rechnet die Sparkasse mit 100 bis 500 Euro für die Lieferung und je nach Größe 300 bis 2.000 Euro für die Montage. Der Aroundhome-Einstiegspreis von 1.300 Euro für eine Küchenzeile aus dem Möbelhaus gilt ausdrücklich ohne Montage.
Marken, Programme und Geräte
Im Verzeichnis von küche.org nennen 2.002 der 7.272 Betriebe die Küchenmarken, die sie führen (Stand Oktober 2026). Am häufigsten ist nobilia mit 889 Studios, danach folgen Häcker (486), Nolte (380), Schüller (364), LEICHT (261) und Ballerina (248). Die Marke allein legt den Preis nicht fest. Diese Hersteller bieten jeweils mehrere Programme und Frontqualitäten an, sodass zwei Angebote mit demselben Markennamen weit auseinanderliegen können. Vergleichen Sie deshalb Programm und Front und erst danach den Hersteller.
Bei den Geräten nennen die Studios im Verzeichnis am häufigsten Miele (750), Siemens (594), BORA (491), NEFF (436), Bosch (401) und Quooker (350). BORA baut Kochfelder mit integriertem Abzug, Quooker Wasserhähne mit kochendem Wasser. Solche Geräte heben eine Küche schnell aus der Mittelklasse: Ein Kochfeldabzug kostet mit Kochfeld 1.500 bis 5.000 Euro, eine klassische Inselhaube 400 bis 2.500 Euro (Stand 2026).
2025 sind die Ausgaben für Möbel stärker gestiegen als die für Geräte. Laut AMK wuchs der durchschnittliche Auftragswert für Küchenmöbel im Fachhandel um 5,3 Prozent, der durchschnittliche Preis für Einbaugeräte im Möbel- und Küchenfachhandel um 1,2 Prozent. Lassen Sie sich jedes Gerät mit Modellnummer und Einzelpreis aufführen. Dann sehen Sie, ob ein Gerätepaket günstiger ist als die Summe der Einzelgeräte, und können die Modelle zwischen zwei Angeboten vergleichen.
Kosten, die nicht im Küchenangebot stehen
Ein Küchenangebot umfasst in der Regel Möbel und Geräte; ob der Anschluss der Geräte enthalten ist, sollten Sie nachfragen. Neue Leitungen, Steckdosen und Abluftkanäle verlegen Elektriker und Installateur, und deren Rechnung kommt getrennt. Bei einer Küche an der alten Stelle bleibt das überschaubar. Teuer wird es, wenn Spüle oder Kochfeld an einen neuen Platz wandern.
Eine Kücheninsel mit Spüle braucht Wasser- und Abwasserleitungen durch den Estrich, was 1.500 bis 3.000 Euro kostet. Ein Abluftkanal schlägt mit 300 bis 800 Euro zu Buche, ein Deckenauslass für Pendelleuchten samt Schalterleitung mit 150 bis 400 Euro (Stand 2026). Die Insel selbst kostet als Arbeitsinsel ohne Geräte 1.200 bis 2.500 Euro, als Kochinsel mit Kochfeld, Spüle und Keramikplatte 3.000 bis 8.000 Euro. Welche Anschlüsse vor dem Estrich liegen müssen, beschreibt der Ratgeber Kücheninsel planen.
Weitere Posten tauchen erst auf der Baustelle auf: der Abbau und die Entsorgung der alten Küche, neue Fliesen oder eine Rückwand, Malerarbeiten hinter den Oberschränken. Fragen Sie vor der Unterschrift, welche davon das Studio übernimmt und zu welchem Preis.
Angebote vergleichen, Anzahlung und Vertrag
Zwei Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn sie dieselben Positionen enthalten. Bitten Sie jedes Studio um eine Aufstellung, in der jede Zeile dieser Tabelle mit Preis auftaucht.
| Position | Was im Angebot stehen sollte |
|---|---|
| Schränke | Typ und Breite jedes Schranks, Auszüge oder Türen, Innenausstattung |
| Fronten und Griffe | Hersteller, Programm, Farbe und Oberfläche, Griffmodell oder grifflos |
| Arbeitsplatte | Material, Stärke, Kanten, Zahl der Ausschnitte, Wandabschluss |
| Elektrogeräte | Hersteller, Modellnummer und Einzelpreis jedes Geräts |
| Spüle und Armatur | Modell, Material, Einbauart |
| Aufmaß, Lieferung, Montage | Wer das Aufmaß nimmt, Liefertermin, Montage und Anschluss der Geräte |
| Altküche | Abbau und Entsorgung, falls gewünscht |
Das Aufmaß gehört ins Angebot. Im Bericht der Stiftung Warentest wird das Ausmessen des Raums als eine der Stellen genannt, an denen oft Fehler passieren. Halten Sie im Vertrag fest, wer misst. Studios in Ihrer Umgebung finden Sie über die Küchenstudio-Suche oder nach Postleitzahl und Entfernung sortiert unter Küchenstudio in der Nähe.
Eine Anzahlung schreibt das Gesetz nicht vor. Laut Verbraucherzentrale Hamburg gibt es beim Kaufvertrag keine Vorausleistungspflicht, und bei einer Maßanfertigung (Werkvertrag) zahlen Sie erst nach Abschluss der Arbeiten. Eine Klausel im Kleingedruckten, die zur Anzahlung verpflichtet, ist zumindest bei Käufen im Laden und bei Maßanfertigungen unwirksam. Eine im Vertrag ausdrücklich vereinbarte Anzahlung ist dagegen bindend, und Sie tragen dann das Risiko, bei einer Insolvenz des Händlers Ihr Geld zu verlieren. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, Anzahlungen grundsätzlich zu verweigern. Stiftung Warentest (2021) rät zur Vorsicht, wenn der Händler mehr als 50 Prozent des Kaufpreises als Anzahlung verlangt.
Wo Sie sparen können
Küchen aus der Ausstellung geben Studios meist mit Preisnachlass ab. 690 Küchenstudios im Verzeichnis verkaufen laut ihrer Website Ausstellungsküchen im Abverkauf (Stand Oktober 2026). Die Übersicht der Ausstellungsküchen nach Bundesland und Ort zeigt, welche Studios das sind. Messen Sie Ihren Raum vorher genau aus und fragen Sie, ob fehlende Schränke im selben Programm nachbestellt werden können.
Bei der Arbeitsplatte lässt sich viel Geld verschieben. Laminat statt Keramik spart auf 3 m Zeile rund 1.100 bis 2.000 Euro Materialkosten, die Ausschnitte nicht mitgerechnet. Wer eine Insel will, spart mit einer Arbeitsinsel ohne Spüle und Kochfeld die 1.500 bis 3.000 Euro für Leitungen im Estrich, denn sie kommt mit einer Steckdose aus.
Sind die Schränke noch stabil, reicht vielleicht eine Renovierung. Fronten streichen kostet ab 100 Euro, folieren ab 150 Euro, neue Fronten ab 1.500 Euro, wie der Ratgeber Küche renovieren statt neu kaufen vorrechnet.
Beim Kauf einer gebrauchten Küche oder bei der Ablöse vom Vormieter hilft eine weitere Faustregel der Sparkasse: Eine Küche verliert pro Gebrauchsjahr etwa zehn Prozent an Wert. Linear gerechnet ist eine fünf Jahre alte Küche, die neu 12.000 Euro gekostet hat, noch rund 6.000 Euro wert.
Häufige Fragen
Was kostet eine Küche im Durchschnitt?
Im Küchenfachhandel lag der durchschnittliche Küchenpreis 2025 laut AMK bei 12.177 Euro, in den ersten beiden Monaten 2026 bei 12.404 Euro. Grundlage sind Paneldaten der GfK. 2020 lag der Durchschnitt für Küchen aus Möbelhaus oder Küchenstudio laut Stiftung Warentest noch bei rund 9.700 Euro.
Gibt es eine Faustregel für die Küchenkosten?
Laut Vergleichsportal Aroundhome entfallen rund 40 Prozent auf Schränke und Fronten, 30 Prozent auf Elektrogeräte, 15 Prozent auf die Arbeitsplatte und 15 Prozent auf Spüle, Licht, Lieferung und Montage. Nach Laufmeter kosten Küchenmöbel ohne Geräte laut cleverkuechenkaufen.de etwa 500 bis 1.500 Euro pro Meter; als Vertragsgrundlage rät das Portal vom Meterpreis ab. Für Eigenheime nennt Aroundhome außerdem 5 bis 10 Prozent des Hauswerts, was meist als Obergrenze taugt.
Was kosten Lieferung und Montage einer Küche?
Oft sind beide im Komplettpreis enthalten. Ist das nicht der Fall, rechnet die Sparkasse mit 100 bis 500 Euro für die Lieferung und je nach Größe 300 bis 2.000 Euro für die Montage. Aroundhome nennt für die Montage 150 bis 300 Euro pro laufendem Meter (Stand Mai 2026).
Muss ich beim Küchenkauf eine Anzahlung leisten?
Gesetzlich nicht. Laut Verbraucherzentrale Hamburg gibt es beim Kaufvertrag keine Vorausleistungspflicht, bei Maßanfertigung (Werkvertrag) wird erst nach Abschluss der Arbeiten gezahlt. Eine Anzahlungsklausel im Kleingedruckten ist zumindest bei Käufen im Laden und bei Maßanfertigungen unwirksam. Eine im Vertrag ausdrücklich vereinbarte Anzahlung ist dagegen bindend. Stiftung Warentest (2021) rät zur Vorsicht, wenn mehr als 50 Prozent des Kaufpreises als Anzahlung verlangt werden.
Was ist eine gebrauchte Küche noch wert?
Nach einer Faustregel der Sparkasse verliert eine Küche pro Gebrauchsjahr etwa zehn Prozent an Wert. Eine Küche, die neu 12.000 Euro gekostet hat, ist nach fünf Jahren linear gerechnet noch rund 6.000 Euro wert.
Wo finde ich günstige Ausstellungsküchen?
690 Küchenstudios im Verzeichnis von küche.org verkaufen laut ihrer Website Ausstellungsküchen im Abverkauf, meist mit Preisnachlass (Stand Oktober 2026). Die Seite Ausstellungsküchen listet sie nach Bundesland und Ort.